Open Call

Soziokultur ist eine spartenübergreifende kulturelle Praxis, die auf aktive Teilhabe möglichst vieler gesellschaftlicher Gruppen am kulturellen Leben setzt und sehr mit dem Alltagsleben ihres jeweiligen Umfelds verbunden ist. Aufgrund der Sensibilität gegenüber ihrem gesellschaftlichen Kontext und ihrer engen Verflechtung mit dem örtlichen Gemeinwesen sind soziokulturelle Einrichtungen in besonderer Weise darauf angewiesen, gesellschaftliche Veränderungsprozesse wahrzunehmen und sich dementsprechend kontinuierlich weiter zu entwickeln. Somit spielt der Themenkomplex Urbanität und Zivilgesellschaft, der in Zukunft stark durch den demografischen Wandel, den Generationswechsel bei den soziokulturellen Akteuren, Digitalisierung, Stadt- und Regionalentwicklung sowie Zuwanderung beeinflusst wird, im Forschungsprojekt „Weiterdenken. Soziokultur 2030“ eine große Rolle.

Die Initiatoren des Forschungsprojektes „Weiterdenken. Soziokultur 2030“ haben sich bewusst für einen interdisziplinären Ansatz entschieden und wollen Forschungsaufträge sowohl an wissenschaftliche Institute als auch an Künstler/-innen unterschiedlicher Sparten vergeben, die sich mit Mitteln der Kunst mit gesellschaftsrelevanten und/oder kulturpolitischen Fragen auseinandersetzen. Deshalb ergeht hiermit der Aufruf an Künstler/-innen, Künstlergruppen und Visionäre/-innen aller Sparten, Konzepte und Projektideen zur künstlerischen Erforschung der Zukunft von Soziokultur, Urbanität und Zivilgesellschaft einzureichen.

Anhand folgender konkreter Forschungsfragen sollen mittels künstlerischer Forschung, Antworten für die Zukunft gefunden und Lösungsmöglichkeiten für soziokulturelle Akteure aufgezeigt werden:

  • Wie verändert sich Stadtraum und wie gehen die Bewohner/-innen damit um?
  • Was geschieht mit entleerten Räumen?
  • Wie kann zukünftig Engagement akquiriert werden – in überregionalen Netzwerken und örtlichen Gemeinschaften?
  • Welche Rolle haben dabei unter Berücksichtigung einer wachsenden kulturellen Vielfalt soziokulturelle Einrichtungen als Teil der Zivilgesellschaft in Städten, Gemeinden und migrantisch geprägten Quartieren?
  • Wie können kulturelle Akteure Kooperationen zwischen Städten und Umland sowie im ländlichen Raum anstoßen und befördern?
  • Welche Organisationsstruktur braucht Soziokultur zukünftig?
  • Wie kann sie sich mit anderen Partner/-innen in der Stadt- und Zivilgesellschaft noch stärker vernetzen und Stadt- und Regionalentwicklungsprozesse unter den Vorzeichen von Inklusion und kultureller Vielfalt mitgestalten?

Künstler/-innen und Künstlergruppen können sich mit einer Projektidee der künstlerischen Forschung zur Teilnahme am Symposium bewerben. Nach einer Vorauswahl werden bis zu 15 Künstler/-innen eingeladen, die ihre Ideen vor Ort präsentieren und zur Diskussion stellen. Ziel des Symposiums ist es, fünf Künstler/-innen bzw. Künstlergruppen auszuwählen, die ihr Konzept im Rahmen von „Weiterdenken. Soziokultur 2030“ vollfinanziert umsetzen.*

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* Das Symposium „Kann Spuren von Kunst enthalten“ steht im Zusammenhang mit unserem langfristig angelegten Forschungsprojekt „Weiterdenken. Soziokultur 2030“. Dieses Vorhaben ist zwar finanziell noch nicht gesichert und wir können zur Zeit keine verbindlichen Zusagen machen. Wir beabsichtigen gleichwohl, mit den bei diesem Symposium „siegreichen“ Künstler/-innen in unserem „großen“ Projekt zu kooperieren.